Früher bin ich sehr viel Rad gefahren – mit zunehmendem Alter und Gewicht wurde es jedoch immer weniger. Das soll nun ein Ende haben – allerdings bin ich meinem alten Rad schon rein gewichtsmäßig längst entwachsen. Ein neues Fahrrad muss her – und zwar eines für große und schwere Menschen.  Mal schauen, was die Fahrrad-Industrie in diesem Bereich zu bieten hat.

Sicher könnt ihr aus Einzelkomponenten ein Fahrrad zusammenstellen, das alle Anforderungen an hohe Belastbarkeit erfüllt. Ich bin allerdings nicht der Experte, der genau weiß, was gut ist und was nicht. Außerdem kommt ihr dann schnell in Preis-Dimensionen, die jenseits von Gut und Böse sind. Zumindest aus meiner Sicht. Ich muss erst einmal wieder regelmäßig fahren. Und solange ich nicht weiß, ob ich das hinbekomme (das meine ich nicht nur zeitlich, sondern auch von der Motivation), schaffe ich mir kein Fahrrad an für über 1.000 Euro.

Ich habe mir also ein Limit von maximal 1.000 Euro gesetzt und suche ein Fahrrad, das auch von großen und schweren Fahrern ohne Risiko gefahren werden kann.  Auf zwei Punkte konzentriere ich mich bei der Suche besonders:

  • Rahmenhöhe
  • Belastbarkeit

Große Menschen benötigen ein höheres Rad – soweit so klar. Allerdings kommt es auch noch darauf an, was für ein Rad gekauft werden soll – zum Beispiel Rennrad, Mountainbike, Cityrad oder Trekkingrad. Ich habe mich für letzteres entschieden, denn ich möchte jetzt nicht groß über Stock und Stein oder sportlich auf der Straße düsen.  Für Trekkingräder wird für meine Körpergröße von 1,95 Meter eine Rahmenhöhe von rund 64 Zentimetern empfohlen. Diesen Punkt kann ich also schnell abhaken.

Der zweite Punkt – eine hohe Belastbarkeit – ist schon etwas kniffliger zu lösen. Ganz einfach auch deshalb, dass bei vielen Rädern überhaupt nicht dabei steht, wie viel sie tragen können. Die fallen bei mir sofort durchs Raster. Es bleiben letztlich nicht mehr als eine Handvoll Fahrräder übrig, die in die engere Auswahl kommen:

  • Prophete Genießer 7.6 XXL
  • Kalkhoff Agattu XXL
  • Kalkhoff Voyager XXL
  • Raleigh Oakland XXL
  • Raleigh Rushhour 4.0 XXL

Alle diese Räder sind mit einem Gesamtgewicht von bis zu 170 kg belastbar, wobei die rund 20 Kilo Eigengewicht des Rades hier dazugezählt werden müssen. Wer groß auf Tour gehen möchte, muss außerdem noch das Gewicht für das Gepäck dazurechnen. Ich habe erst einmal nicht vor, große Touren mit Gepäck zu absolvieren – das Fahrrad kann dann bis zu 150 kg Lebendgewicht  tragen.

Ich muss außerdem noch erwähnen, dass alle oben genannten Fahrräder in der gewünschten Rahmenhöhe erhältlich sind. Nun gilt es, sich für eines dieser Räder zu entscheiden. Dazu meine Kriterien:

1. Der Preis

Das günstigste Rad aus meiner Vorauswahl ist das Prophete Genießer mit rund 600 Euro. Bei Otto gibt es sogar noch zwei Fahrradtaschen und einen Tacho mit dazu. Ein verlockendes Angebot.  Das Kalkhoff Agattu und das Raleigh Oakland kosten rund 800 Euro, das Raleigh Rushhour 4.0 und das Kalkhoff Voyager rund 900 Euro. Letztlich sind alle Preise machbar, ich benötige weitere Fakten.

2. Die Ausstattung

Die Ausstattung bis ins letzte Detail bekommt ihr angezeigt, wenn ihr nach dem jeweiligen Rad googelt. Ich möchte an dieser Stelle darauf verzichten. Das liegt vor allem daran, dass ich nicht der absolute Fahrrad-Freak bin und kaum beurteilen kann, ob das eine oder andere Bauteil besser ist.

Ich habe mich natürlich in diversen Foren herumgetrieben und geschaut, wie die „Fachwelt“ die einzelnen Räder bewertet. Doch leider ist es wie so oft – viele Dinge sind ein Dogma. Man mag es einfach oder eben nicht. Fast so wie bei Apple-Jüngern und Apple-Gegnern.

Mir ist es ziemlich egal, ob da eine Schimano Alivio oder Deore-Schaltung vor sich hin werkelt. Und ob es nun 10, 20 oder 30 Gänge gibt, ist mir ebenfalls nicht so wichtig. Ich weiß noch von meinen früheren Ausritten, dass ich meist eh nur ein paar davon nutze.

Und ob da nun eine Scheibenbremse oder Felgenbremse verbaut ist – Hauptsache das Rad ist in der Lage, große Massen schnellstmöglich zum Stillstand zu bringen. Wobei hier Scheibenbremsen scheinbar wirklich im Vorteil sind. Mit Scheibenbremsen ist zum Beispiel das Rushhour 4.0 ausgestattet, während das Oakland XXL mit hydraulischen Felgenbremsen daherkommt.

Federgabel oder Starrgabel? Diese Frage musste ich nicht für mich beantworten, da alle meine ausgewählten Räder über eine Federgabel verfügen. Federgabeln versprechen einen besseren Fahrkomfort, das sie Unebenheiten abfedern – das schont Muskeln und Gelenke. Wichtig ist, dass die Federhärte einstellbar ist, denn je schwerer der Fahrer, desto schneller federt es.

Einen neuen Helm habe ich mir ebenfalls gekauft – natürlich XXL

3. Die Optik

Wer einige hundert Euro für ein Fahrrad bezahlt, möchte natürlich, dass es auch optisch passt. Wobei Optik und Design etwas rein Subjektives ist. Was ich schön finde, findet ihr vielleicht grottenhässlich oder umgekehrt.

Am wenigsten von den fünf Auserwählten gefällt mir das Prophete Genießer. Deshalb habe ich bei dem verlockenden Angebot von Otto auch nicht sofort zugeschlagen.

So naja gefallen mir die beiden Räder von Kalkhoff, sowie das Oakland XXL von Raleigh. Mein Favorit ist hier das Raleigh Rushhour. Hier ist allein der Preis, was mich nicht sofort zuschlagen lässt. So an die 1000 Euro haue ich nicht jeden Tag über die Tresen.

4. Die Entscheidung

Mitten in meinen Entscheidungsprozess platzt eine Mail von Otto. Bei seinem Tochterunternehmen Plentyone gibt es für einige Tage 20 Prozent Rabatt. Und ja – dort gibt es Sportausrüstung und Sportmode zu kaufen.

Jetzt war eine schnelle Entscheidung gefragt – und meine Wahl fiel auf das Oakland XXL von Raleigh. Das kostet normal 799 Euro – und jetzt nur noch rund 635 Euro. Und die Lieferung ist gratis noch dazu.

Warum das Oakland? Nun ja, die Kalkhoff-Räder und das Fahrrad von Prophete gibt es dort nicht zu kaufen. Es blieben die beiden XXL-Fahrräder von Raleigh. Ich habe mich für die günstigere Variante entschieden. Dann ist der Verlust nicht so groß, wenn meine Radsport-Begeisterung wieder abflaut.

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