Als Kind war ich häufiger in Straßburg, da war es mit fast 50 höchste Zeit, die Hauptstadt des Elsass mal wieder zu besuchen. Drei Tage (und zwei Nächte) wollten wir bleiben, wir brauchten daher auch eine Schlafmöglichkeit. Als Unterkunft haben wir uns das Hotel Boma ausgesucht. Es liegt ziemlich zentral in der Altstadt, so dass ihr ziemlich alles gut zu Fuß anschauen könnt. Und so haben wir die Stadt und das Hotel erlebt.

Das Hotel

Das Boma liegt wirklich mittendrin im Rummel. Die Galeries Lafayette sind nur etwa 100 Meter entfernt. Auch Nicht-Shopping-Freunde sollten unbedingt einmal in das Kaufhaus reingehen, wobei es natürlich nicht so eindrucksvoll wie das Stammhaus in Paris ist.

Hotellobby Boma

Die Hotellobby

Zurück zum Hotel: Das ist von außen recht unscheinbar – einfach ein Block, der sich in die anderen Gebäude der Straße einreiht. Aber bereits beim Betreten versprüht das Boma seinen ganz besonderen Charme.

Der Name ist bei dem Hotel Programm: In Afrika ist die Boma eine umzäunte Siedlung, die Schutz vor wilden Tieren bietet. Drinnen wird gegessen, getrunken, getanzt und gesungen. So ungefähr stellen es sich die Betreiber auch bei ihrem Hotel vor.

Der afrikanische Einfluss ist nicht zu verleugnen. Bunte Farben überall – bei den Stühlen, Sesseln oder Sofas, an den Wänden und sogar der in den Aufzügen begrüßt einem Afrika in seiner vollen Pracht.

Fahrstühle Boma Straßburg

Die stilechten Fahrstühle

Die Zimmer

Wir hatten ein Standard-Doppelzimmer gebucht und bekommen. Auch hier leuchtende Farben und afrikanisches Design. Die Betten sind schön hoch, was mir als großer Mann besonders gut gefällt und auch lang genug. Nur breiter könnten sie sein. Was aber aus räumlichen Gründen nicht wirklich funktioniert, da das Zimmer doch recht klein ist.

Doppelbett Boma Strassburg

Das schmale Doppelbett

Ein Highlight ist sicherlich das Retrotelefon, das ihr übrigens an der Rezeption kaufen könnt. Wie auch verschiedene andere Dinge. Zum Beispiel die Pflegeprodukte aus dem Bad. Shampoo und Duschgel sind Bio und frei von diversen Zusätzen, die schon mal gerne für Hautreizungen sorgen.

Positiv zu vermerken: Die Getränke aus der Minibar sind kostenlos und werden einmal am Tag wieder aufgefüllt. Ihr braucht aber hier nicht nach Alkohol suchen. Neben zwei Wasserflaschen waren nur noch eine Apfelschorle und eine Elsass-Cola im Kühlschrank. Aber immerhin besser als in anderen Hotels. Kaffee oder Tee könnt ihr mit dem Wasserkocher euch ebenfalls zubereiten.

Telefon Boma Straßburg

Der Wasserkocher und das stylische Telefon

Ebenfalls ein Pluspunkt: Das Zimmer ist klimatisiert, ihr braucht also nicht schwitzen, wenn es draußen warm ist. Ich habe die Klimaanlage aber scheinbar nicht wirklich kapiert. Mir war es etwas zu kalt, daher habe ich die Anzeige höher gedreht. Allerdings wurde es gefühlt dadurch nicht wärmer im Raum.

Zum Zimmer gehört auch ein wirklich schönes Badezimmer. Da ich für einen Bad-Onlineshop arbeite, interessiert mich das natürlich stets besonders. Wirklich alles Markenware: WC von Villeroy & Boch, Armaturen von Grohe und Hansgrohe und eine schöne große Walk-In Dusche. Das einzige, was ich bemängeln würde ist die fehlende Ablage in der Dusche. Sie wollen wohl, dass man Shampoo und Duschgel des Hotels nutzt.

Badezimmer Boma Straßburg

Hochwertig eingerichtetes Badezimmer

Das Restaurant

Zum Hotel gehört ein öffentliches Bistro, wo ihr Frühstücken oder später am Tag eine Kleinigkeit Essen oder Trinken könnt. Die Preise sind allerdings nichts für Sparfüchse, wobei Straßburg generell recht teuer ist, was Essen und Trinken angeht.

Die Einrichtung des Restaurants ist ebenso stylisch wie das übrige Hotel. Über die Qualität des Essens kann ich allerdings nichts sagen. Wir haben immer „auswärts“ gegessen oder auch mal ein Baguette vom Supermarkt gegenüber geholt. Einen Cocktail für 10 Euro habe ich mir allerdings gegönnt. Der war aber ziemlich enttäuschend, ich hatte nicht das Gefühl, dass viel Alkohol drin war. Beim Cocktail meiner Lebensgefährtin war es anscheinend anders, sie meinte, dass ihrer ziemlich stark sei.

Restaurant direkt über dem Wasser

Ein Restaurant direkt über dem Wasser (nicht das des Boma)

Die Stadt

Straßburg ist wirklich eine sehenswerte und vor allem multikulturelle Stadt. Was zum einen an den zahlreichen Studenten, aber auch an den Touristen aus aller Herren Länder liegt.

Die Stadt ist von zahlreichen „Grachten“ durchzogen, fast so wie Amsterdam. Wenn ihr wollt, könnt ihr sie mit einem der Touristenboote befahren. Wir haben es uns erspart. Zum einen waren sie proppenvoll und zum anderen war bei den meisten trotz brütender Hitze das Glasdach geschlossen. Wenn ihr nicht darauf verzichten wollt, solltet ihr die Tour vorher im Internet buchen.

Fachwerkhäuser von Straßburg

Fachwerkhäuser von Straßburg

Beeindruckend sind die vielen Fachwerkhäuser, die sich insbesondere in „Petit France“ ballen. Das dürfte wohl die urigste Ecke von Straßburg sein. Allerdings immer gut besucht. Wobei wir hier natürlich nicht meckern dürfen, schließlich zählen wir ebenfalls zu diesen „Touris“.

Mehr durch Zufall sind wir auf den „Place du Marché Gayot“ geraten. Das ist eine Art größerer Innenhof mit zahlreichen Kneipen und Restaurants, wo ihr wunderbar draußen sitzen könnt, ohne dass dauernd Autos oder Menschenscharen vorbeiziehen. Wir haben dort eine wirklich leckere Pizza gegessen. Bei mir gab es außerdem noch einen halben Liter Bier für stolze 9,20 Euro. Straßburg eben.

Das Münster

Im Mittelpunkt der Stadt steht natürlich das Münster. Die Kathedrale war über 200 Jahre das höchste Gebäude der Welt und gehört noch heute zu den 10 höchsten Kirchen weltweit. Wirklich beeindruckend. Die 300 Stufen nach oben habe ich mir allerdings erspart, es muss reichen, dass ich als Kind einige Male oben war. Damals wuchtete ich aber rund 60 Kilo weniger durch die Gegend.

 Straßburger Münster

Das Straßburger Münster

Drinnen waren wir leider auch nicht. Beim ersten Mal war die Kirche geschlossen, beim zweiten Mal gab es eine lange Schlange. Die Besucher wurden alle gründlich durchsucht. Kann man verstehen nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt im Dezember 2018. Die eine oder andere schwer bewaffnete Patrouille zeigt immer noch Präsenz in Straßburg.

Der zweite Tag in Straßburg fing ziemlich verregnet an. Wir kauften uns daher eine Tageskarte für die Tram. Die ist – im Gegensatz zum Bier und zum Essen – mit etwas über 6 Euro ziemlich günstig. Damit kommt ihr gut in die Außenbereiche von Straßburg. Wobei die wirklich sehenswürdigen Plätze fast alle in einem überschaubaren Kreis in der Innenstadt liegen.

Europäisches Parlament

Aber da es regnete, sind wir einfach mal zum europäischen Parlament gefahren und wollten es uns von außen anschauen. Doch – welch Zufall – wir kamen genau richtig zu einem Besichtigungstermin. Ab und an ist das Parlament – zumindest Teile davon – für Publikumsverkehr geöffnet.

Innenhof des Europaparlaments Straßburg

Innenhof des Europaparlaments Straßburg

Nach einer Kontrolle wie im Flughafen betraten wir den beeindruckenden Innenhof. Echt schön, was die von unseren Steuergeldern hier hingestellt haben. Dabei gibt es immer mal wieder Streit, ob es neben Brüssel noch eine weitere „europäische Hauptstadt“ braucht. Alleine der Reiseverkehr der Abgeordneten und Europabeamten verschlingt Unsummen.

Plenarsaal des Parlaments

Plenarsaal des Parlaments

In den Plenarsaal durften wir bei der Besichtigung ebenfalls – zumindest auf die Besucherränge. Die Plätze der Abgeordneten blieben für uns Tabu. Obwohl ich gehört habe, dass diese sich nicht so gerne im Plenarsaal aufhalten und den Sitzungen gerne einmal fernbleiben.

Fazit

Viel gelaufen, viel gesehen, ein schönes Hotel ausgewählt – das ist das Fazit von zwei Tagen Straßburg. Wenn ihr ebenfalls hinwollt, muss euch klar sein, dass dort alles etwas teurer als bei euch zuhause ist. Es sei denn, ihr wohnt ebenfalls in einer Touristenhochburg.

Kirche von Straßburg

Eine weitere Kirche von Straßburg

Im Prinzip könnt ihr dort alles per Fuß erledigen. Wir sind daher erst gar nicht mit dem Auto in die Stadt gefahren, sondern haben es auf der anderen Seite des Rheins am Bahnhof Kehl stehen lassen. Von dort kommt ihr mit der Bahn oder Tram problemlos nach Straßburg und müsst euch nicht durch das Verkehrschaos quälen. Zumal die Preise für Parkplätze ziemlich hoch sind. In Kehl parkt ihr kostenlos.

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