Januar heißt bei uns stets Kanaren-Zeit. Dieses Mal haben wir sogar noch Silvester mitgenommen. Ziel: Das frisch renovierte SBH Maxorata Resort in Jandia auf Fuerteventura. Es war ein echter Traumurlaub mit nur wenigen Abzügen. Hier mein Erfahrungsbericht:

Die Lage

Das Maxorata liegt ganz im Süden von Fuerteventura – auf der Halbinsel Jandia. Es gehört zum kleinen Ort Solana Matoral, der wie Morro Jable zur Gemeinde Pájara zählt. Bekannt ist Morro Jable vor allem für seinen Leuchtturm, der alles überragt. Und natürlich seinen Hafen, der unter anderem Fuerteventura mit Gran Canaria verbindet.

Das Hotel schmiegt sich an einen Hang über dem kilometerlangen, traumhaften Sandstrand. Direkten Strandzugang gibt es allerdings nicht, da zwischen Strand und Hotel nicht nur eine Straße, sondern auch eine naturgeschützte Salzwiese gibt. Ihr müsst daher erst einmal Richtung Leuchtturm und Walskelett laufen, um dort über einen Holzsteg zum Strand zu gelangen.

Dort gibt es auch eine Strandbude, wo ihr etwas Essen und Trinken könnt. Wir hatten dort eine Begegnung besonderer Art. Als wir dort ein Bier tranken, schlugen am Nachbartisch echte Promis auf: Nadine Angerer und Doris Fischen.

Nadine Angerer ist mehrfache Weltmeisterin, Europameisterin, Welt- und Europafußballerin. Nicht viel weniger Titel hat Doris Fitschen auf ihrem Konto – die aktuelle Managerin der Damen-Fußballnationalmannschaft. Die Mädels waren mit einer lustigen Truppe unterwegs und ließen es sich gut gehen.

Das Hotel

Bei dem Hotel handelt es sich um ein Resort, das ursprünglich aus mehreren kleineren Hotels bestand. Es wurde 2018 komplett renoviert und im Oktober 2018 neueröffnet. Als wir Ende Dezember, Anfang Januar dort waren, war noch nicht alles fertig.

So werkelten sie noch an den Geschäften und die Gebäude zur Straße hin waren ebenfalls noch nicht alle fertig. Wir fanden das aber nicht schlimm – eher im Gegenteil. Dadurch waren nicht so viele Gäste da und es gab immer Platz im Restaurant und am Pool. Wenn alles fertig ist, sollen weit über 1.000 Leute dort unterkommen – bei uns waren es vielleicht ein Drittel.

Da das Hotel am Hang liegt, gibt es viele Treppen und Steigungen. Das hört sich dramatisch an, aber vieles lässt sich durch die verschiedenen Aufzüge bewältigen. Mit einem Aufzug kommt man sogar runter bis zur Straße. Es ist daher kein Problem, mit dem Rollstuhl oder Kinderwagen überall hinzukommen.

Auch wer ein paar Kilos zu viel durch die Gegend wuchtet, muss sich keine Gedanken machen. Das klappt alles recht problemlos. Ich war täglich in Richtung Stadt und Strand unterwegs und schaffte das ohne Herzrasen und Schweißausbrüche.

Die Restaurants und Bars

Das Maxorata besitzt ein Hauptrestaurant, ein Tapas- und ein Asia-Restaurant, außerdem eine Poolbar und zwei weitere Bars, die abends geöffnet haben.

Im Hauptrestaurant könnt ihr frühstücken, mittag- und abendessen. Mittags gibt es auch an der Poolbar etwas zu essen – zum Beispiel Hamburger, Pizza, Hotdogs aber auch Salate und Obst. Wir haben mal im Restaurant und mal in der Poolbar gegessen.

Tapas oder lieber Asia?

Einmal in der Woche haben abends jeweils das Tapas- und Asia-Restaurant geöffnet. Hier müsst ihr euch vorher anmelden, wenn ihr dort essen wollt. Wir haben nur das Tapasrestaurant getestet. Die Speisen werden dort wie im Hauptrestaurant in Büffetform angeboten. Allerdings braucht ihr euch dort nicht um die Getränke kümmern. Der Wein wird stets von Kellnern nachgefüllt. Wasser steht bereits auf dem Tisch.

An den Bars bekommt ihr verschiedenste Getränke – von Softdrinks über Kaffee und Tee bis hin zu Alkohol in den verschiedensten Ausführungen. Bier und Wein klaro, aber auch Cocktails, Longtrinks oder Sangria. Auch Ron Miel darf natürlich nicht fehlen. Da alles inklusive ist, werden natürlich nicht die teuren Markenalkoholika ausgeschenkt.

Wenn ihr euch gut mit dem Barkeeper stellt und ab und an etwas Trinkgeld gebt, bekommt ihr aber „Spezialmischungen“ von ihnen. Das ist alles echt easy.

Riesige Essensauswahl

Beim Essen ist die Auswahl zwar riesig und lecker – es ist aber nicht so, dass es jeden Tag etwas komplett Anderes gibt. Das ist aber eigentlich kein Problem, weil es selbst XXL-Männer nicht schaffen, sich durchs komplette Sortiment zu futtern.

Ein Highlight bei unserem Besuch war das Galadinner zu Silvester. Hier hat sich das Hotel nicht lumpen lassen und Essen vom Feinsten aufgetischt. So etwas habe ich zumindest bei einem 4-Sterne-Laden noch nicht gesehen. Lachs in allen Variationen, Meeresfrüchte, Kaviar und noch einiges mehr. Selbst ein Sushi-Meister war da und hat stets frisches Sushi gerollt.

Die Zimmer

Wir hatten ein Standard-Doppelzimmer ohne Meerblick gebucht. Bekommen haben wir wenigstens seitlichen Meerblick. Wir hatten den Sonnenaufgang immer genau im Blick. Den Balkon haben wir allerdings nie genutzt – nur zum Trocknen von Handtüchern. Ansonsten waren wir immer in der Anlage, am Strand oder in der Stadt unterwegs.

Wir hatten Zimmernummer 209 – das liegt im Hauptgebäude. Wir konnten somit mit dem Aufzug fast direkt ins Hauptrestaurant und zur Rezeption fahren. Echt angenehm, auch wenn wir nur morgens Sonne hatten.

Breite Betten

Das Zimmer ist richtig modern eingerichtet und besitzt ein schönes breites Bett. Sowas habe ich bei solchen Urlaubshotels nur selten erlebt. Es hätte nur etwas länger sein können. Ich bin aber auch von meinem 2,20 Meter-Bett zuhause verwöhnt.

Das mit dem Stauraum für die Klamotten ist nicht optimal gelöst. So ist der Kleiderschrank zum Beispiel offen. Es gibt nur acht Bügel, der Rest liegt mehr oder weniger ordentlich auf dem Boden des Schrankes. Mir fehlte auch eine Schublade an meinem Nachttisch.

Bad mit bodengleicher Dusche

Auf dem großen Flachbildfernseher laufen unzählige deutsche Programme, aber viel ferngesehen habe ich nicht. Das Bad ist sehr schön, es gibt eine ausreichend große, bodengleiche Dusche mit Duschabtrennung aus Glas. Der Rest vom Bad bleibt daher trocken. Das erlebt man häufig anders in Hotels.

Neben unserem Standard-Doppelzimmer werden noch Familienzimmer und Suiten in verschiedenen Größen angeboten – mal mit, mal ohne Meerblick. Wobei das Meer wahrscheinlich von jedem Zimmer aus irgendwie zu erspähen ist.

Manche Suiten sind sogar mit eigenem Pool ausgestattet. Das Problem: Sie liegen in der zweiten Etage und sind nicht dicht. So tropft es zum Beispiel runter in den Speisesaal oder in die Poolbar. Außerdem schwappt das Wasser über, wenn darin jemand plantscht. Und landet gegebenenfalls darunter auf darunter sitzende Gäste im Außenbereich der Poolbar.

Die Poollandschaft

Neben den bereits erwähnten Privatpools gibt es noch verschiedene Pools, die von allen Gästen genutzt werden können. Highlight ist sicher der neue Infinitypool, bei dem ihr das Gefühl habt, dass ihr im Meer schwimmt. Er ist auch beheizt, so dass ihr ihn auch im Januar bei kälteren Temperaturen problemlos nutzen könnt. Nachts leuchtet er in den verschiedensten Farben.

Drei weitere Pools sowie ein Kinderbecken vervollständigen die Poollandschaft. Diese Pools waren leider nicht beheizt, ich habe auch nie jemanden darin schwimmen sehen. Selbst der Kinderpool war stets verwaist, obwohl genügend Kinder im Hotel waren. Diese bekamen aber im Kinderparadies ihre Wasserspiele.

Praktisch fand ich den stufenlosen Zugang zum Pool. Ein mühsames rein- und rausklettern entfällt somit. Das Maxorata bekommt dafür ganz klar einen Zusatzstern von mir. Der Pool ist perfekt für XXL-Männer.

Ergänzt wird die Poollandschaft durch einen abgesperrten Teil mit Baliliegen. Wer es ganz bequem wie im Doppelbett haben möchte, ist hier genau richtig. Eine solche Doppelliege kostet derzeit 15 Euro am Tag, für 20 Euro ist noch ein Obstkorb und eine Flasche Schaumwein dabei. Außerdem gibt es dort einen Whirlpool, den „normale“ Hotelgäste nicht nutzen dürfen.

Der Strand

Der Strand vor dem Maxorata ist ungefähr sechs bis sieben Kilometer lang. Hier habt ihr jede Menge Platz, euch auszubreiten oder zu marschieren. Es gibt Liegen und Sonnenschirme gegen Gebühr, ihr könnt euch aber auch einfach in den Sand schmeißen.

Haltet euch nur von den Salzwiesen fern, die sind Naturschutzgebiet und Heimat zahlreicher Tiere. So tummeln sich dort zum Beispiel zahlreiche Erdmännchen.

So ungefähr auf halben Weg steht der Leuchtturm von Morro Jable. An dem könnt ihr euch gut orientieren, denn dann ist das Hotel nicht mehr weit. Das Skelett eines gestrandeten Wals könnt ihr dort in der Nähe ebenfalls bestaunen.

Wenn ihr den Strand Richtung Stadt lauft, kommt ihr irgendwann zum ersten Robinson Club überhaupt. Er wurde gerade komplett neu errichtet und hat abends häufig nette Strandpartys. Als wir da waren, trat an einem Abend zum Beispiel Nico Santos auf. Seinen Tophit „Rooftop“ kennt wahrscheinlich jeder.

Der Strandabschnitt ist frei zugänglich, ihr könnt euch also problemlos unters „Robinson-Volk“ mischen. Beim Robinson-Club fängt übrigens eine schöne Promenade an, die bis ins ursprüngliche Fischerdorf Morro Jable führt. Es ist wirklich nett dort mit seinen Tavernen und den engen Gassen. Unser Ex-Kanzler Willy Brandt war da gerne, ihm und seinem Hund ist dort auch eine eigene Statue gewidmet.

 

Special: Parade zum Dreikönigstag

Ein besonderer Tag in Spanien ist stets der Dreikönigstag am 6. Januar – denn erst dann bekommen spanische Kinder ihre Geschenke. Ist irgendwie auch logisch, denn auch Jesus bekam erst am diesem Tag seine Geschenke von den drei Königen.

Am Vorabend gibt es traditionell auch eine Parade – so auch in Solana Matorral und Morro Jable. Wir wussten bereits im Vorfeld davon und machten uns rechtzeitig auf den Weg. Die Parade startete genau vor dem Hotel und so konnten wir bereits die Vorbereitungen beobachten.

Lange Zeit waren nur die Kamele zu sehen – von den Königen keine Spur. Gaukler, Jongleure und Trommler versammelten sich, auch Mickey Maus und Minnie Maus trafen ein (was auch immer die bei dieser Parade verloren hatten).  Von den Königen keine Spur.

Irgendwann traf dann ein Transporter der örtlichen Surfschule ein und die drei Könige stiegen und großem Getöse auf dem Wagen. Sofort bildete sich eine große Menschentraube um sie. Zum Glück bin ich ziemlich groß und hatte somit keine Probleme, schöne Fotos zu machen.

Nachdem alle ihre Selfies mit den Königen gemacht hatten, konnte diese endlich auf die Kamele aufsteigen und die Parade konnte beginnen. Wie hierzulande beim Karneval schmeißen die Könige Kamelle für die Kleinen. Alles ist bunt, laut und fröhlich. Südländisch eben.

Link zur Hotelseite

Link zur Facebook-Gruppe des Maxorata

 

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